itb Karlsruhe – Forschen für das Handwerk.

RepHW – Reparaturförderung und Handwerk

Projektart Forschungs- und Arbeitsprogramm des DHI (2024/25)
Träger
gefördert durch den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) – Abteilung Wirtschafts-, Energie- und Umweltpolitik
Laufzeit 01.01.2024 – 30.12.2025
Betreuende Julia Maxi Bauer

Nicole Stegmüller

Beschreibung

Das abgeschlossene Projekt RepHW – Reparatur & Handwerk befasste sich mit der Rolle des Handwerks bei der Umsetzung des europäischen „Rechts auf Reparatur“ und der Frage, wie Reparaturangebote für Verbraucherinnen und Verbraucher besser auffindbar gemacht werden können. Frühere Projekte zur Reparaturförderung hatten gezeigt, dass fehlende Informationen über geeignete Betriebe, Angebote und Standorte ein zentrales Hemmnis für die Inanspruchnahme von Reparaturdienstleistungen darstellen. Auch das Recht auf Reparatur greift diesen Informationsmangel als wesentliche Barriere auf.

Vor diesem Hintergrund wurde die Konzeption einer zentralen Informations- und Matchmaking-Plattform diskutiert, die Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu Reparaturangeboten erleichtern und gleichzeitig die Sichtbarkeit von Reparaturbetrieben stärken soll. Ziel des Projekts RepHW war es, die Anforderungen des Handwerks und relevanter Akteure an eine solche Plattform systematisch zu erfassen und daraus Empfehlungen für Politik und Umsetzung abzuleiten.

Projektfortschritt

Das Institut für Betriebsführung im DHI e. V. (itb) führte die Studie im Auftrag des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) im Rahmen des Forschungs- und Arbeitsprogramms 2024/2025 durch. Zwischen März und Mai 2025 wurden qualitative Experteninterviews mit 13 Fachverbänden des reparierenden Handwerks durchgeführt. Grundlage bildete ein teilstrukturierter Fragebogen, der unter anderem folgende Themen abdeckte:

  • Stellenwert von Reparatur im jeweiligen Gewerk

  • bestehende strukturelle, wirtschaftliche und rechtliche Hemmnisse

  • Förderinstrumente und politische Rahmenbedingungen

  • konkrete Anforderungen an eine zentrale Reparaturplattform

Die Interviews dauerten jeweils 60 bis 90 Minuten und wurden systematisch ausgewertet. Die Ergebnisse flossen in detaillierte Einzelberichte zu den Fachverbänden sowie in eine übergreifende vergleichende Analyse ein. Ergänzend wurde eine fachliche Einordnung zur Rolle des Handwerks im Reparaturmarkt und zur praktischen Umsetzung des Rechts auf Reparatur in Deutschland erarbeitet.

Zentrale Ergebnisse des Projekts zeigen, dass Reparatur im Handwerk weiterhin eine wichtige wirtschaftliche und ökologische Funktion erfüllt, jedoch mit Herausforderungen wie Preiswettbewerb mit Neuware, Fachkräftemangel, Ersatzteilverfügbarkeit und begrenzter digitaler Sichtbarkeit konfrontiert ist. Eine Reparaturplattform kann aus Sicht der Fachverbände einen wichtigen Beitrag leisten, sofern sie:

  • branchenspezifische Besonderheiten berücksichtigt,

  • qualitativ verlässliche Betriebe sichtbar macht,

  • einfach auffindbar und nutzerfreundlich gestaltet ist,

  • bestehende Strukturen und Initiativen sinnvoll einbindet.

Der finale Forschungsbericht wurde veröffentlicht und online bereitgestellt und dient als fachliche Grundlage für die Weiterentwicklung politischer Maßnahmen zur Reparaturförderung sowie für die Konzeption entsprechender digitaler Informationsangebote.

Veröffentlichungen

Bisher ist keine Veröffentlichung erschienen