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Roboter in der Werkstatt: Wie sich Arbeit durch den Einsatz digitaler Technologien wandelt.

Anja Cordes auf der Cloud Expo Europe. Foto von Sören Laird Sörries
Bild: Anja Cordes auf der Cloud Expo Europe. Foto: Sören Laird Sörries

Das itb war auf der Messe Cloud Expo Europe mit der Tech Week mit einem Vortrag zum Thema „Technologieeinsatz in kleinen und mittleren Betrieben“ vertreten.

Wenn es um digitale Technologien geht, sehen sich Unternehmen mit der Vielzahl an Möglichkeiten, die ihnen zur Auswahl stehen, gegenüber. Auf der Messe Cloud Expo Europe, die am 7. - 8. November 2018 in der Messe Frankfurt stattfand, konnten sich die Teilnehmer über neue Entwicklungen im Technologie-Bereich informieren sowie sich durch Anregungen aus Fachvorträgen zu neuen Ideen inspirieren lassen.

Anja Cordes, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e. V., beteiligte sich mit dem Vortrag „Roboter in der Werkstatt: Der Einsatz digitaler Technologien im Handwerk und die Auswirkungen für die Arbeit und den Menschen“ am fachlichen Austausch und stellte praktische Erkenntnisse aus der Einführung von 4.0-Technologien im Handwerk vor. Grundlage waren Erfahrungen von Handwerksbetrieben, die bereits digitale Technologien menschengerecht und erfolgreich umgesetzt haben. Es gibt beispielsweise den Malerbetrieb mit mehreren parallelen Baustellen, der eine Software zur digitalen Steuerung seiner Prozesse einsetzt. Zum einen ermöglicht er sich dadurch ein „papierloses Büro“ und zum anderen schafft er freie zeitliche Kapazitäten, die für die Weiterentwicklung des Betriebs genutzt werden können statt für administrative Arbeiten. Ein weiteres Beispiel aus der Praxis ist eine Konditorei, die mit Hilfe eines 3D-Druckers einzigartige und individuelle Formen herstellen kann – Naturszenen, Firmenlogos oder Sehenswürdigkeiten. Die Besetzung dieser Nische bescherte der Konditorei überregionale Aufmerksamkeit. Frau Cordes zeigte auch ein Betriebsbeispiel auf, bei dem ein Industrieroboter in einer Tischlerei für Fräsarbeiten eingesetzt wird, mit dem per Hand extrem aufwändige, detailreiche und großflächige Werkstücke (per Roboterarm) 5-achsig simultan gefräst werden können.

Mit Hilfe dieser Praxisbeispiele wurde skizziert, dass die Einführung einer neuen digitalen Technologie in einem Betrieb nicht nur den Bereich verändert, in dem diese zum Einsatz kommt, sondern dass diese auch zahlreiche Wechselwirkungen im kompletten Betrieb hat und immer in Zusammenhang mit den betrieblichen Bedarfen eingesetzt werden sollte. Allen Betrieben ist gemein, dass die Auswirkungen des Einsatzes der Technologie stets komplex sind und auf den ganzen Betrieb abstrahlen. Es verändern sich Abläufe, Schnittstellen, Kommunikationswege, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen. Auch wandelt sich die Belastungs- und Gefährdungssituation in den Betrieben. So verlagern sich Belastungen „von der Hand in den Kopf“, denn statt am Werkstück Hand anzulegen können die Aufträge nun am PC programmiert werden. Solche Veränderungen erfordern Anpassungen in der Unterweisung, dem Fachwissen und damit auch im Aufgabenbereich der Personalführung.

Der Vortrag zeigte, welche Lehren die Unternehmen aus dem Vorgehen gezogen haben und betrachtet, welche Erfolgsfaktoren sich für eine erfolgreiche Technologieeinführung ableiten lassen.

Die Erkenntnisse aus dem Vortrag basieren auf den Ergebnissen mehrerer Befragungen, die im Rahmen des Forschungsprojektes „Prävention 4.0“ durchgeführt wurden. So wurden 845 Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Berater/innen der Handwerkskammern und –verbänden sowie 12 Handwerksbetriebe im Rahmen von Expertengesprächen befragt. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Ansprechpartnerin:

Soziologin M. A. Anja Cordes

Tel.: 0721/931 03-25

Mail: cordes@itb.de

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