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Projekt „SINQ“ gestartet: Dienstleistungsinnovation für die Stadt der Zukunft

Vor dem Hintergrund eines steigenden Betreuungs- und Pflegbedarfs der alternden Gesellschaft wird ein ganzheitliches und individuelles Dienstleistungsnetzwerk generiert. Das itb befasst sich mit der methodisch gestützten Entwicklung und Erprobung quartiersorientierter Dienstleistungen im (Gesundheits-)Handwerk.

Ältere Menschen sind häufig in ihren Alltagskompetenzen eingeschränkt. Sie sind neben barrierefreiem Wohnraum zunehmend auf zahlreiche Dienstleistungen verschiedenster Art (u.a. medizinisch-pflegerische Leistungen, Daseinsvorsorge, Einbindung in das soziale Umfeld) angewiesen. Die Versorgungsstrukturen sind vorhanden, jedoch fehlt es häufig an ausreichenden Informationen und der Vernetzung zuständiger Leistungserbringer. Gerade die Koordination und die Abstimmung des Angebotes auf die Bedürfnisse der Betroffenen können für die Angehörigen zu erheblichen Belastungen führen. Durch die steigende Zuwanderung von Menschen anderer Nationen sind zudem die soziale Teilhabe und die Kommunikation besonders erschwert.

Vor diesem Hintergrund ist das Kernanliegen des Projekts „SINQ“ („Service-Integration und Netzwerkmanagement zur Verbesserung des sozialen Zusammenlebens geriatrischer Patienten im Quartier“), die medizinisch-pflegerischen Versorgungsstrukturen zu verbessern und so das gesellschaftliche Zusammenleben zu stärken. Durch die Integration aller beteiligten Akteure (u.a. Quartiermanagement, Kliniken, (Gesundheits-)Handwerk, Pflegedienste) wird für die Betreuung geriatrischer Patienten ein ganzheitliches und individuelles Dienstleistungsnetzwerk geschaffen. Auf diesem Wege ist es möglich, die Informations- und Dienstleistungslücke zwischen der medizinisch-pflegerischen Betreuung der Betroffenen und ihren persönlichen Bedürfnissen für ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten häuslichen Umfeld zu schließen.  

Welcher spezifische Lösungsansatz wird hierbei gewählt?
Die Bedürfnisse der Patienten werden durch technische Lösungen bestmöglich erkannt und individuell berücksichtigt. Durch die sichere Integration der personalisierten Daten in eine software-gestützte Plattform entsteht ein „SINQ“-Dienste-Marktplatz. Dieser stellt bedarfsgerechte Mehrwertdienste unterschiedlicher Leistungserbringer (u.a. von Selbsthilfegruppen, Therapeuten, (Gesundheits-)Handwerk, Pflegediensten) und des sozialen Umfeldes für den Patienten zur Verfügung. Mobile Dienste-Apps ermöglichen die anforderungsspezifische Dienstleistungskoordination und Kontrolle durch den Patienten selbst oder die Angehörigen. Durch die Einbindung bestehender Konzepte des Quartiermanagement, bürgerschaftlicher sowie professioneller Dienstleister werden Effekte auf die soziale Teilhabe bestimmt und für das gesellschaftliche Zusammenleben im Wohnquartier genutzt.

Welche Ergebnisse und welcher Mehrwert entstehen durch die vernetzte Zusammenarbeit?
Durch die Umsetzung des Projektes „SINQ“ wird größtmögliche Lebensqualität und ein selbstbestimmtes Leben für Patienten im Mannheimer Wohnquartier Neckarstadt-West erreicht. Den Klienten bietet sich die Möglichkeit, im vertrauten Umfeld ihres Eigenheims wohnen zu bleiben. Zudem werden die Wettbewerbsfähigkeit der urbanen Wirtschaft nachhaltig erhöht und neue Potenziale für den Dienstleistungssektor erschlossen. Gleichzeitig entstehen positive Effekte für das gesellschaftliche Miteinander der Bewohner. Durch die Einbindung weiterer Stadtquartiere wird ein tiefgreifendes Nachhaltigkeits- und Transferkonzept erarbeitet. Darüber hinaus werden nutzerorientierte Geschäfts- und Betreibermodelle unter anderen regionalen Bedingungen geprüft.

Das itb bindet das Handwerk als Akteur in das Projekt „SINQ“ mit ein
Das itb legt seinen Fokus auf die methodisch gestützte Entwicklung und Erprobung quartiersorientierter Dienstleistungen. Im Mittelpunkt steht hierbei das Gesundheitshandwerk, wobei eine Ausweitung auf andere Handwerke (u.a. Bau- und Ausbauhandwerk, Lebensmittelhandwerk) angestrebt wird. In einem ersten Schritt werden Dienstleistungspotenziale aufgearbeitet sowie Möglichkeiten und Hindernisse zur Nutzung moderner IT-gestützter Medien beschrieben und analysiert. Zudem werden Akteure und Netzwerkstrukturen identifiziert und Erfolgsgaranten herauskristallisiert. In einem nächsten Schritt wird die bereits erarbeitete Methode des Service Engineering konzeptionell weiterentwickelt und für das (Gesundheits-)Handwerk nutzbar gemacht. So können im letzten Schritt für (handwerkliche) Dienstleister neue Geschäftsfelder erschlossen und neue Geschäftsmodelle kontinuierlich verbessert werden.

Ferner ist das itb für die Erarbeitung des Transferkonzeptes auf weitere Regionen verantwortlich. Es werden Erfolgsfaktoren und Limitationen für die Übertragbarkeit des generierten Netzwerkes herausgearbeitet, so dass ein flächendeckender Nutzen für Service-Integration und Netzwerkmanagement in Quartieren geschaffen wird.

Die ersten Schritte im Projekt „SINQ“
Das auf drei Jahre angelegte Projekt „SINQ“ ist am 01. März 2017 gestartet und in die Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Smart Service Stadt: Dienstleistungsinnovationen für die Stadt von morgen“ eingebettet. Neben dem Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. (itb) fanden sich die weiteren Verbundprojektpartner der CAS Software AG (Projektkoordination), des Mannheimer Quartiermanagements, des Forschungszentrums Informatik (FZI), der YellowMap AG, des geriatrischen Zentrums der Universitätsmedizin Mannheim der Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg sowie die Unterauftragnehmer der nubedian GmbH und easierlife GmbH und der Umsetzungspartner der GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH bereits zu den ersten beiden Konsortialtreffen zusammen, wobei eines der beiden Treffen durch den Projektträger Karlsruhe begleitet wurde. Die ersten Kontakte und Schnittstellen zu den Projektpartnern konnten ausgemacht und das weitere Vorgehen für die ersten Arbeitspakete besprochen werden. Ein Treffen für die ersten Arbeitsschritte im Arbeitspaket 1 (Bestandserhebung im Quartier & Use Case Entwicklung) fand am 21.04.2017 direkt vor Ort in der Mannheimer Neckarstadt-West statt.     

Ansprechpartner/-in:
Judith Schliephake
E-Mail: schliephake@itb.de
Tel.: 0721-93103-37

Andreas Ihm
E-Mail: ihm@itb.de
Tel.: 0721-93103-23

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