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Ländliche Räume als Zukunftsräume. itb Mitarbeiterin Dr. Uta Cupok auf der "Internationalen Grünen Woche"

Berlin, 22. Januar 2019 - Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat sich auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin für eine nachhaltige Stärkung der ländlichen Räume als Wirtschaftsräume ausgesprochen. Bei einer Diskussionsrunde im Rahmen der Gemeinschaftsschau „Lust aufs Land“ wurden vor allem die Rahmenbedingungen thematisiert, die Handwerk und Mittelstand brauchen, um das Potenzial ländlicher Räume auszuschöpfen: Dazu zählen der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes sowie der 5G-Mobilfunkversorgung, ausreichend Gewerbeflächen und passfähige Förderprogramme. Denn demographische Umbrüche, Strukturwandel und infrastrukturelle Defizite gefährden die Standorte in den ländlichen Räumen zunehmend.

Stefan Richter, Uta Cupok und Gerhard Schenk auf der Internationalen Grünen Woche 2019 in Berlin
v.l.: Stefan Richter, Dr. Uta Cupok und Gerhard Schenk

Ländliche Räume sind wichtige Wirtschaftsräume. Neben der Landwirtschaft ist dort vor allem auch das Handwerk ein maßgeblicher Faktor: Handwerksbetriebe tragen vor Ort wesentlich zur Wertschöpfung, zur Versorgung mit Produkten, Dienstleistungen, Arbeits- und Ausbildungsplätzen und durch ehrenamtliches Engagement zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.

„Das Handwerk kann entscheidend dazu beitragen, dass ländliche Räume Zukunftsräume bleiben. Dafür braucht es aber die entsprechenden Rahmenbedingungen, etwa leistungsfähige Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur und ausreichend Gewerbeflächen. Außerdem ist für das Handwerk die Lebensqualität in den ländlichen Räumen von zentraler Bedeutung. Denn nur wenn Dörfer und Kleinstädte auch als Wohnort attraktiv genug für junge Leute sind, kann dort Fachkräftesicherung gelingen“, sagte Gerhard Schenk, Präsident des Deutschen Konditorenbundes und Beauftragter des ZDH für ländliche Räume.

Stefan Richter, Bäckermeister in Kubschütz und Markenbotschafter der Oberlausitz, fügte hinzu: „Handwerksbetriebe können sich für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung ihrer Region einsetzen, indem sie als Markenbotschafter fungieren und regionale Qualitäten bekannt machen. Gerade in branchenübergreifenden Netzwerken liegen große Chancen, auch für kleinere Betriebe. Diese Betriebe benötigen jedoch die Unterstützung bei der Überwindung von Innovationshürden.“ Dafür brauche es passfähige und speziell auf kleinere Unternehmen und Kooperationen ausgerichtete Förderprogramme mit weniger Bürokratie, die auf bestehenden Strukturen aufbauen.

Dr. Uta Cupok, Wirtschaftsgeografin am ITB Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e.V., sagte: „Einerseits prägt uns die Globalisierung, andererseits beobachten wir aber auch einen wachsenden Trend zur ‚Re-Regionalisierung‘. Damit ist die Hinwendung von Wirtschaftsakteuren und Konsumenten zu regionaler Produktion und regionalem Konsum gemeint.“ Die stärkere Betonung von Regionalität sei kein Gegensatz zu weiteren Modernisierungsprozessen. Im Gegenteil, denn auch im ländlichen Raum stelle sich das Handwerk Modernisierungsprozessen wie beispielsweise der Digitalisierung. In diesen Themenfeldern will sich das itb auch über Projekte im geplanten Verbundprojekt des Aktionsbündnisses „Leben auf dem Land“ engagieren.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Mittagstalk-Reihe des Aktionsbündnisses „Leben auf dem Land“ statt. Insgesamt werden vier Diskussionsrunden auf der IGW angeboten. Dem Bündnis gehören das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Deutsche Landkreistag (DLT), der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an. Diese Akteure haben das gemeinsame Ziel, unter dem Motto „regional vernetzt, gemeinsam stark“ die ländlichen Räume zu stärken. Mit dem Aktionsbündnis sollen grundlegende Themen wie Digitalisierung, Nahversorgung, Fachkräftesicherung, ehrenamtliches Engagement und regionale Wertschöpfung in ländlichen Räumen vorangetrieben werden.

 

Link zur Pressemitteilung: hier

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