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100 Jahre Forschung für das Handwerk: Großes Jubiläum für das Institut für Betriebsführung im Handwerk (itb)

Nicht viele Forschungsinstitute können auf solch eine lange Geschichte zurückblicken: unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs und inmitten der Wirren der Weimarer Republik machte sich Walter Bucerius, der spätere Direktor des Landesgewerbeamtes Baden und erste Institutsleiter, in Vorträgen Gedanken über „Fragen zur Wirtschaftlichkeit im Handwerk“. Der Gedanke zur Gründung eines speziellen Forschungsinstitutes für „Rationelle Betriebsführung“ war naheliegend, um Ergebnisse aus der Forschung auch für das Handwerk nutzbar zu machen und so die Produktivität und Effizienz zu steigern. Am 24. Oktober 1919 unterzeichneten Vertreter der badischen Handwerkskammern Freiburg, Karlsruhe, Konstanz und Mannheim sowie die Landwirtschaftsstelle für das Badische Handwerk die Gründungsurkunde des „Forschungsinstituts für Rationelle Betriebsführung“ im Landesgewerbeamt Karlsruhe.

Am 14. November 2019 wurde dies mit einem Festakt in Karlsruhe unter dem Titel „Vom Gestern zum Heute – 100 Jahre Handwerksforschung in Karlsruhe“ feierlich gewürdigt. Die 120 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Handwerk blickten nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft der Arbeitswelt und reflektierten aktuelle und künftige Herausforderungen für das Handwerk, die miteinander gemeistert werden sollen.

Festakt Teilnehmergruppe

Abbildung 1: v.l.n.r.: Dr. Gerold B Hantsch, ehemaliger Institutsleiter itb; Prof. D. Birgit Ester, Institutsleiterin itb; Rainer Reichhold, Baden-Württembergischer Handwerkstag; Michael Kleiner, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg; Karl-Wilhelm Steinmann, Handwerkskammer Hannover; Dr. Sabine Hepperle, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Holger Schwannecke, Zentralverband des Deutschen Handwerks

Dr. Sabine Hepperle

Abbildung 2 : Dr. Sabine Hepperle

Unter ihnen waren als Festredner geladen Dr. Sabine Hepperle, Abteilungsleiterin Mittelstandspolitik des Bundeswirtschaftsministeriums, die Grüße von Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier überbrachte. „Das Handwerk spielt in der Mittelstandspolitik eine zentrale Rolle“, so Dr. Hepperle. Sie betonte dabei die derzeit wesentlichen Herausforderungen für das Handwerk, die Sicherung von Fachkräften und die Bewältigung des digitalen Wandels.

Abbildung 3: Generalsekretär Holger Schwannecke

Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH, stellte fest: „Das Deutsche Handwerksinstitut kann das Handwerk zu sämtlichen Fragestellungen aus volkswirtschaftlicher, sozialstruktureller, rechtlicher oder betriebswirtschaftlicher Sicht unterstützen. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal des Handwerks.“ Dabei stellte Schwannecke den besonderen Charakter des Deutschen Handwerksinstituts heraus, dessen Institute die Betriebe des Handwerks mit Forschungsergebnissen, Handlungsempfehlungen sowie Leitfäden bedarfsgerecht unterstützen.

Ministerialdirektor Michael Kleiner

Abbildung 4: Ministerialdirektor Michael Kleiner

Michael Kleiner, Ministerialdirektor des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, betonte: „Wir sind stolz darauf, dass eines der bundesweit fünf Institute unter dem Dach des Deutschen Handwerksinstituts e. V. (DHI) hier in Baden-Württemberg seinen Sitz hat. Wir leben in einer Zeit großer Veränderungen. Das Handwerk muss sich, genau wie die Politik, intensiv Gedanken um die Zukunft machen. Dabei schätzt das Wirtschaftsministerium die Forschungs- und Transfertätigkeit des itb für das Handwerk. Mit der Zukunftsinitiative ‚Handwerk 2025‘ haben wir gemeinsam einen Veränderungsprozess angestoßen, um die großen Herausforderungen der Digitalisierung und der Fachkräftegewinnung und -sicherung im baden-württembergischen Handwerk anzugehen und es optimal für die Zukunft aufzustellen.“ 

Begleitend zum Festakt wurde die Publikation „Zukunftsfähiges Handwerk durch Forschung und Weiterbildung – Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des itb“ vorgestellt. Diese beleuchtet mit den beiden Themenschwerpunkten „Unternehmensführung in Zeiten der Digitalisierung“ und „Fachkräfte – rekrutieren, ausbilden, weiterbilden“ die Ergebnisse der letzten Jahre und wendet den Blick auf die Themen, mit denen sich die Handwerksforschung in den kommenden Jahren auseinandersetzen wird.

Prof. Dr. Ester

Abbildung 5: Prof. Dr. Birgit Ester

Zudem hatten die Teilnehmer der Veranstaltung Gelegenheit, eine speziell für diesen Anlass konzipierte Ausstellung zu besuchen, die von der Institutsleiterin des itb, Frau Prof. Dr. Birgit Ester, eröffnet wurde. In ihr wurde anhand von Themenstellungen, Veröffentlichungen und Meilensteinen in der Institutsgeschichte gezeigt, wie die Handwerksforschung des itb bereits seit langer Zeit die gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen aufgreift und praxisnahe Hilfen sowie Bildungsangebote für Betriebe und Organisationen des Handwerks erarbeitet.

Um trotz -oder gerade wegen- hundertjähriger Tradition die zukunftsgewandte Ausrichtung des itb zu dokumentieren, wurde gleich das gesamte äußere Erscheinungsbild aufgefrischt. Ergebnis sind ein neues Logo und eine vorsichtige Anpassung des Namens: aus „Institut für Technik der Betriebsführung“ wird „Institut für Betriebsführung im Handwerk“.

Das Team vom itb

Abbildung 6: Das Team vom itb

 

Ansprechpartner:

Joachim Hamburger

0721/93103-21

hamburger@itb.de

 

 

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