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Geschäftsfelder in Smart Home & Living-Wertschöpfungssystemen

Das Institut für Technik der Betriebsführung im DHI e.V. (itb) entwickelte in einem interdisziplinär angelegten Projekt erfolgreich ein neuartiges Smart Home & Living -Wertschöpfungssystem mit großem Potenzial für das Handwerk.

Das neuartige Smart Home & Living (SH&L)-Wertschöpfungssystem sieht die systematische und bedarfsgerechte Integration von SH&L-Systemen in Bauvorhaben im Sozialwesen (am Beispiel der BruderhausDiakonie) unter Einbindung des Handwerks vor. Nach Anwendung der Service Engineering-Methode konnten die Dienstleistungspotenziale relevanter Akteure (Träger im Sozialwesen, Architekten/Planer, Handwerker, IT-Unternehmen) definiert und – im Netzwerk abgestimmt - neue Dienstleistungen entwickelt und angeboten werden. Z. B.

  • können im Bereich des Betreuten Wohnens mit Hilfe des Bedarfsanalysators und SH&L-Komponenten (wie Hilfesysteme mit Aktivitäts- und Bewegungssensoren) neue passgenaue Dienstleistungen wie “Betreutes Wohnen zu Hause” angeboten werden.
  • wird in stationären Pflegeeinrichtungen mit Hilfe des Netzwerkinfrastruktur-Konzepts gemeinsam mit dem Handwerk für den zuverlässigen Betrieb von z. B. Zutrittskontrollen, Dusch-WCs oder circadianem Licht gesorgt.
  • unterstützt das Netzwerk durch die gemeinsam konzipierte SH&L-Schulung und den Showroom die Handwerksbetriebe dabei, sich mit neuen SH&L-Systemen vertraut zu machen und ihre Kunden kompetent beraten zu können.
  • erweitert (v. a.) das Elektrohandwerk nach und nach sein Dienstleistungsportfolio um SH&L-Systeme (z. B. Installation von Herdsensoren, die Beratung zu intelligenten Notrufsystemen im Bereich barrierefreies und sicheres Wohnen im Alter usw.) und entwickelt neue Geschäftsmodelle.
  • besteht die Möglichkeit für Handwerksbetriebe, sich zum ServicePlus-Betrieb (Zertifikat der KHS Reutlingen) weiterzubilden. Denkbar wäre, diese Weiterbildung auszubauen und ein SH&L-Zertifikat für entsprechend geschulte Handwerksbetriebe zu vergeben.

 Die Erfahrungen aus dem zweijährigen Projekt „KoBial“ (www.kobial.de) zeigen, dass das Handwerk noch vielfältigen Unterstützungsbedarf im Bereich SH&L hat. Neben den sozialen Trägern, wie der BruderhausDiakonie, fungieren Handwerker und Planer oft als erste Ansprechpartner älterer Menschen für technische Unterstützungssysteme. Es ist daher notwendig SH&L-Schulungen gezielt auszubauen und eine breite Masse anzusprechen. Handwerker und Planer werden damit befähigt, nicht nur soziale Einrichtungen, sondern auch private Endverbraucher über technische Neuerungen sowie deren Kosten und Nutzen aufzuklären und den Betroffenen bestehende Ängste zu nehmen.

Die Projektarbeit zeigte, dass seitens des Handwerks prinzipiell Interesse besteht, sich mit SH&L-Komponenten zu beschäftigen und diese zu vertreiben, zu installieren und zu warten. Aufgrund fehlender Informationen bzw. Zugänge zu den unterschiedlichen Produkten bestehen derzeit jedoch noch viele offene Fragen. Die Produktmatrix der BruderhausDiakonie unterstützt hier bei der Auswahl und stellt den konkreten Nutzen in praktischen Beispielen dar. Zudem spielt auch die Funktionalität der Produkte eine tragende Rolle. Sofern die Produkte so funktionieren, wie der Hersteller es verspricht, wächst auch deren Akzeptanz.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat durch seine finanzielle Förderung des Projektes „KoBial“ eine für alle Beteiligten erkenntnisreiche und produktive Projektkonstellation ermöglicht. Die große Chance lag auch darin, die Kommunikation zwischen alternden Menschen, IT-Unternehmen, Handwerkern, Handwerksforschung und Trägern des Sozialwesens zu verbessern und bestehende Barrieren zu überwinden. Die umfangreichen Erfahrungen, die in dem nun abgeschlossenen Projekt gesammelt wurden, bringt das itb gerne im Verein Smart Home & Living Baden-Württemberg e.V. ein.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Uta Cupok

Tel.: 0721 / 93103 -27

Mail: cupok@itb.de

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