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Prävention4.0

Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz

Anja Cordes und Andreas Ihm vom itb im DHI e.V. berichten als Experten zum Thema digitale Technologien und ihre Auswirkungen auf den Arbeits-und Gesundheitsschutz im Handwerk.

 

Bei der 20. Konferenz des Fachverbands Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit - PASIG am 10. – 12. September 2018 in Salzburg stand die Frage im Vordergrund, wie alle Akteure aus Praxis, Wissenschaft und Politik „voneinander lernen und miteinander die Zukunft gestalten“ können. Um das Lernen zu fördern, stand der Austausch im Mittelpunkt der interdisziplinär angelegten Konferenz.

Auch das itb war mit einem Vortrag auf der österreichischen Konferenz vertreten. Anja Cordes referierte gemeinsam mit Andreas Ihm zum Themenkomplex „Neue Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen“. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Die digitale Zukunft des Handwerks gestalten – Digitale Technologien und ihre Auswirkungen auf den Arbeits-und Gesundheitsschutz im Handwerk“ wurden Erfahrungen zur digitalen Transformation aus Betrieben des Handwerks denen aus Handwerksorganisationen gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass der Einsatz der neuen technologischen Möglichkeiten die individuelle Belastungssituation verändern kann.

Nachdem Frau Cordes die Besonderheiten des Handwerks und die daraus resultierenden Gefährdungs- und Belastungspotenziale vorgestellt hatte, wurden die Ergebnisse von Interviews mit Handwerksunternehmerinnen und -unternehmern wie auch mit Beraterinnen und Beratern der Handwerksorganisationen zum Thema vorgestellt. Obwohl beachtet werden sollte, dass die in den Interviews beschriebenen Auswirkungen im Handwerk individuelle Situationen skizzieren, werden Veränderungen in vielen Tätigkeiten deutlich. Die Veränderungen bringen sowohl Potenziale zur Reduktion als auch zur Verstärkung von Belastungen von Beschäftigten und Unternehmer/innen.

Abschließend zeigte Frau Cordes in ihrem Vortrage, welche Bestandteile einer präventiven Arbeitsgestaltung im Handwerk Voraussetzung sind, um den spezifischen Anforderungen der digitalen Transformation zu entsprechen. Be- oder Entlastungen treten dabei nicht durch den Einsatz digitaler Technologien per se auf, sondern als Auswirkungen der Technologien abhängig von der Art ihrer betrieblichen Umsetzung und Gestaltung. Dies legt nahe, dass bei einer präventiven Arbeitsgestaltung besonders Augenmerk auf den Einführungsprozess einer Technologie zu legen ist: Diese sollten in einem iterativen Prozess Schritt-für-Schritt, gesteuert nach im Betrieb definierten Kriterien und unter Einbezug der Führungskräfte und Beschäftigten eingeführt werden.

Zur Konferenz ist eine umfangreiche Publikation mit einem Artikel zum Thema erschienen. Sie finden den Artikel unter:

Cordes, A. & Ihm, A. (2018). Die digitale Zukunft des Handwerks gestalten – Digitale Technologien und ihre Auswirkungen auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Handwerk. In: R. Trimpop, J. Kampe, M. Bald, I. Seliger & G. Effenberger (Hrsg.) (2018), Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Voneinander lernen und miteinander die Zukunft gestalten (S. 477-480). Asanger Verlag: Kröning.

 

Ansprechpartnerin:

Anja Cordes

Tel.: 0721 / 93103 -25

Mail: cordes@itb.de

 

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