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Arbeitsschutz handwerksgerecht umsetzen

Aktuelle Herausforderungen, wie die Folgen des demografischen Wandels sowie die fortschreitende Digitalisierung, verdecken immer wieder andere wichtige Aufgaben, die in vielen Handwerksbetrieben nicht ausreichend bearbeitet werden. Dies trifft in besonderem Maße für den Arbeitsschutz und die Gesundheitsförderung zu. Und dies obwohl gerade im Handwerk attraktive, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen ein wichtiges Argument für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften ist. Die Praxis zeigt: Der mögliche Nutzen eines richtig umgesetzten Arbeitsschutzes – gesunde und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Vermeidung unnötiger Kosten etc. – wird häufig nur latent wahrgenommen und die gesetzlichen Verpflichtungen werden vielfach verdrängt. Fragt man nach den Ursachen, so zeigen sich vier Hauptgründe: Die Umsetzbarkeit mit einem akzeptablen Aufwand wird massiv in Frage gestellt, viele Unternehmer fühlen sich von der Vielzahl und Undurchsichtigkeit der Anforderungen überfordert, einfache Konzepte zur betrieblichen Umsetzung sind den Unternehmern nicht bekannt sowie der tradierte Umgang mit Belastungen und Gefährdungen.

Dieser Fragestellung hat sich das itb im Rahmen des Forschungsprojekts NOAH gewidmet. Aufbauend darauf Läuft seit vergangenem Jahr das Nachfolgeprojekt NOAH.in. Initiiert von Unternehmern der SHK-Innung Freiburg wurden mit Praktikern Konzepte für einen handwerksgerechten Arbeitsschutz sowie eine handwerkstaugliche Unterstützung im Konvoi entwickelt. Sie werden derzeit mit über 25 SHK-Betrieben erprobt.  

NOAH.in stellt einen Leitfaden für einen handwerksgerechten Arbeitsschutz dar. Er beschreibt einerseits die betriebliche Umsetzung mit den Kernpunkten: Bestandsaufnahme in Form eines Workshops mit dem Unternehmer, Erweiterung des Kreises der Akteure (Umsetzer) um einen AMS-Beauftragten (Kümmerer für die Organisation der betrieblichen Umsetzung) sowie Auftragsverantwortliche vor Ort (Meister oder Gesellen, die vor Ort bei der Abwesenheit ihres Chefs die Verantwortung tragen), Qualifizierung dieser Personen sowie Bereitstellung und Anwendung einfacher Werkzeuge und Arbeitshilfen für eine systematische Umsetzung. Andererseits umfasst NOAH.in auch ein Konzept zur Unterstützung der Handwerksbetriebe, das von einer Handwerksorganisation – im vorliegenden Fall einer Innung – angeboten und gemanagt wird. Kernpunkte dieses Unterstützungskonzeptes sind: Unterstützung im Konvoi von ca. 12 Handwerksbetrieben, Info-Abend für Unternehmer, Information und Sensibilisierung der Unternehmer (eintägiger Workshop „Chefsache Arbeitsschutz“), Qualifizierung der „Mitstreiter“ (AMS-Beauftragte, Auftragsverantwortliche vor Ort (AvO) sowie die Person, die die  Standard-Gefährdungsbeurteilungen erstellen soll), Bereitstellung einfacher Werkzeuge (Vorlagen für Beauftragungen, Muster für Regelungen, smarte Instrumente, wie die Vor-Ort-Gefährdungsbeurteilung) sowie Umsetzungsunterstützung bei Bedarf.

Das itb begleitet das Projekt durch die Mitarbeit im Förderkreis.

Nähere Informationen zum Projekt sind unter https://www.shk-freiburg.de/noahin/inqa-projekt-noahin/ zu finden.

Ansprechpartner: Andreas Ihm

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