Kompetenzen und Qualifizierung

Die Auswirkungen des Wandels der Arbeitswelt fordern von den Beschäftigten und den Unternehmern eine Erweiterung und Vertiefung ihrer Fach- und Methodenkenntnisse sowie zunehmend der qualifizierten Abschlüsse. Einerseits verändern sich die Qualifikations- und Kompetenzanforderungen für die Akteur/innen in Handwerksbetrieben, andererseits ermöglichen die Wandlungsprozesse neue Anwendungsbereiche der Lernmedien sowie betrieblicher Lehr- und Lernprozesse. Dies erfordert von Handwerksbetrieben, die ihre Fachkräfte in der Regel selbst qualifizieren, einen eigenständigen und systematischen Umgang mit den digitalen Möglichkeiten beruflicher Bildung und parallel zum technischen Fortschritt den Aufbau entsprechender Qualifikationen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erhält der Begriff des Lebenslangen Lernens ein erhöhtes Gewicht.

Vor allem die fortschreitende Digitalisierung setzt einen neuen Rahmen für Formen mobiler Tätigkeiten und Dienstleistungserbringung. Kundenaufträge können rascher und transparenter ausgeführt werden. Durch „intelligente“ Geräte oder Bauteile können dem Kunden neue Sicherungs- und Wartungsdienstleistungen angeboten werden. So erhält der Betrieb beim Einbau oder der Wartung von Heizungen Fehlermeldungen schon bevor der Kunde überhaupt einen Schaden bemerkt. Kundenbetreuung bekommt eine neue Qualität.

 Andererseits beginnt ein Teil der Kundschaft schon jetzt, diese Leistungen vom Betrieb einzufordern, der Wettbewerb verändert sich. Die elektronischen Werkzeuge und neuen Wege im virtuellen Raum schaffen für das Handwerk die Chance, rasch und auftragsgenau zu arbeiten und weitere betriebliche Partner einzubinden. Parallel dazu wird andererseits verstärkt die Fähigkeit bzw. Kompetenz unumgänglich, in komplexeren Zusammenhängen zu denken und schnell auf neue Anforderungen einzustellen, Komplexität zu erfassen und verständlich zu reduzieren. Aber auch technische Kenntnisse werden, durch die beginnende Automatisierung der Auftragsabwicklungen mit Hilfe neuer „intelligenter“ Werkzeuge, von den arbeitenden Personen erwartet. Plattform- und Software-Nutzungen, wie etwa Cloud Computing, machen Wissen über veränderte Sicherheits- und Datenschutzumgebungen und Basisinformationen über globale rechtsverbindliche Vorgänge (Transaktionen) notwendig. Die Verdichtung und Beschleunigung der Arbeit führt in manchen Unternehmen zur gesundheitlichen Überlastung Einzelner. Daher brauchen Beschäftigte, Vorgesetzte und Geschäftsleitungen neue Kompetenzen und Ressourcen zu deren Bewältigung. Um diese neuen „Schätze“ für den Betrieb zu heben, muss das Team in seinem Qualifikationsprofil auf der Höhe der Zeit sein.