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Die Geschichte des itb

Bild BuceriusWalter Bucerius, der damalige Regierungsrat im badischen Landesgewerbeamt in Karlsruhe, initiierte mit seiner Forderung "Mehr Wirtschaftlichkeit im Handwerk durch rationelle Betriebsführung" die Gründung des heutigen itb. In den schwierigen Zeiten nach dem 1. Weltkrieg wurde am 24.10.1919 das "Forschungsinstitut für rationelle Betriebsführung im Handwerk" in Karlsruhe eröffnet - eine Einrichtung, die von den Handwerkskammern in Baden und verschiedenen Wirtschaftsstellen getragen wurde.

Dass die künftige Tätigkeit des Instituts sich nicht auf Baden beschränken könne, wurde bereits bei der Gründung festgestellt. Tatsächlich wurde das Forschungsinstitut schon 1921 vom damaligen Reichsverband des Deutschen Handwerks als "Zentralstelle für die Rationalisierungsbestrebungen im Deutschen Handwerk" anerkannt. Im Januar 1922 erschien das erste Monatsblatt des Instituts unter dem Titel "Betriebsführung", redigiert von Walter Bucerius.

Es genügte Bucerius nicht, dass auch im Handwerk technische Neuerungen, zeitgemäße Arbeitsmittel und somit der technische Fortschritt Einzug hielt. Sein Anliegen war, dass sich auch das Handwerk mit den Grundsätzen Taylors der "wissenschaftlichen Betriebsführung" auseinandersetzen muss, um den "Aufwand zu mindern, und die Leistung zu erhöhen".

Walter Bucerius ("Grundlagen der rationellen Betriebsführung in Handwerk", Karlsruhe 1924) und Dr. Karl Rößle ("Die Grundzüge der handwerklichen Selbstkostenberechnung", Karlsruhe 1924) knüpften an die von Taylor für Großbetriebe entwickelten Ideen an, sahen die Fortschritte in der Technisierung und Kommerzialisierung des Handwerks und bemühten sich um passende Lösungen für Produktionsabläufe im Handwerk, um die "Wirtschaftlichkeit in der Produktion zu erhöhen". Gewiss war das Handwerk nicht der klassische Anwendungsbereich für die Umsetzung der Taylor'schen Vorstellungen, aber es benötigte zu seiner Modernisierung immer wieder Impulse zur Rationalisierung im passenden Rahmen.

Mit diesen anwendungsbezogenen Forschungsarbeiten setzte das "Institut für rationelle Betriebsführung" eine praktische Reformbewegung in Gang. 1929 erfolgte die Verlegung der Einrichtung nach Berlin, wo es im "Institut für Handwerkswirtschaft" (Deutsches Handwerksinstitut) aufging. Zu den Mitarbeitern in diesen Jahren in Karlsruhe und Berlin gehörte unter anderem Dr. Heinrich Kolbenschlag, in den 70er Jahren dann Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. (Genauere Beschreibung der Gründung und Entwicklung von 1919-1928 in einer Abhandlung von Walter Bucerius aus dem Jahr 1943)

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Deutsche Handwerksinstitut (DHI) unter maßgebender Beteiligung von Prof. Dr. Karl Rößle mit dem Institut für Handwerkswirtschaft in München neu gegründet. Nach einigen Interimsjahren in Stuttgart erfolgte 1965 die Wiederaufnahme der Tätigkeit des Institutes in Karlsruhe unter dem Titel "Institut für technische Betriebsführung - ItB". Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Edgar Hotz bezog das Institut im neu erbauten Haus des Landesgewerbeamtes seinen heutigen Sitz.

Bild Rühl1967 übernahm dann der Inhaber des betriebswirtschaftlichen Lehrstuhls für Fertigungswirtschaft und Arbeitswissenschaft an der Universität Karlsruhe, Prof. Dr.-Ing. Günter Rühl, die Leitung des Instituts. Im Sinne der Tätigkeit eines Wirtschaftsingenieurs erfolgte unter Rühl eine Ausrichtung der Aktivitäten des Instituts auf den Bereich der Unterstützung des Handwerks bei der Vermittlung und dem Einsatz zeitgemäßer Managementtechniken für die Betriebsberater innerhalb der Handwerksorganisation und für Unternehmer und Führungskräfte des Handwerks. Bereits 1970 begann das itb mit dem Angebot entsprechender Weiterbildungslehrgänge, die heute unter dem Begriff "Betriebswirt (HWK)" eine bundesweit anerkannte Weiterbildungsmaßnahme für Führungskräfte im Handwerk darstellen.

   
Zusammen mit Prof. Rühl wirkte seit 1968 auch dessen Stellvertreter Dr. Gerold B. Hantsch am itb. Von 1993 bis Juli 2006 war er sein Nachfolger in der Funktion des Institutsleiters.

Dr. Gerold B. Hantsch

   
Seit 2006 hat Frau Prof. Dr. Birgit Ester die Leitung des itb.

 

Der Name des Instituts hat sich in der Zwischenzeit erneut leicht verändert in: "Institut für Technik der Betriebsführung" - itb, um die aktuelle Institutstätigkeit "Vermittlung von Managementtechniken" stärker zu betonen - noch immer getreu den Forderungen seines Gründers Walter Bucerius.
 

 

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